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23. Dezember 2011


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„Es ist ein unendlich Kreuz ein gutes Glas zu machen.“ Alter Hüttenspruch

Wusstest du, dass laut einer kleinen Legende der Glasweihnachtsschmuck entstand weil ein armer Lauschaer Glasbläser sich im Jahr 1847 die teuren Walnüsse und Äpfel nicht leisten konnte, die man damals sonst an den Weihnachtsbaum hing. Ob dem tatsächlich so war ist nicht belegt. Fakt ist jedoch, dass gläserner Baumschmuck seit der Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem durch Heimarbeiter in Thüringen angefertigt wird. In einem noch erhaltenen Auftragsbuch wurde 1848 zum ersten Mal ein Auftrag über sechs Dutzend „Weihnachtskugeln“ in verschiedenen Größen vermerkt.

Ab 1870 bekamen die Kugeln ihren Glanz durch Silbernitrat, wie es auch heute noch bei der Spiegelherstellung benutzt wird. Vertrieben wurde es durch Sonneberger Verlagshäuser. 1867 wurde in Lauscha eine Gasanstalt erbaut und somit der Weg für die Massenfertigung frei gemacht. Zuvor hatte man die benötigte heiße Gasflamme mit einem Bunsenbrenner betrieben durch Rüböl oder Parafin erzeugt. Die verspiegelten Kugeln wurden danach von den Familienangehörigen in Farbe getaucht und teilweise auch noch mit Glimmerpartikeln versehen.

Etwa 1880 importierte der Amerikaner Frank Winfield Woolworth die ersten Kugeln in die USA. Dadurch wurde die Produktion natürlich stark ausgeweitet. Bis 1939 wurde das Repertoire um figürlichen Christbaumschmuck erweitert, der in verschiedene Formen hineingeblasen wurde. Als dann 1907 die Glasbläser-Genossenschaft des Meininger Oberlandes gegründet wurde, gab das der Produktion nochmals erheblich Aufschwung und vorallem die Gewinnmargen stiegen. Stell dir vor: Durch den erfolgreichen Export ihrer Waren konnten die Glasbläser sogar die Auswirkungen von Inflation und Wirtschaftskrise in Deutschland mildern.

Am Anfang waren die Thüringer Hersteller – übrigens meine Landsleute – konkurrenzlos. Vor dem Ersten Weltkrieg stieg eine Wiener Firma mit in das Geschäft ein. Ab den von mir so geliebten 20er Jahren gab es weitere Hersteller von Glasschmuck im damaligen Böhmen, seit den 30er Jahren dazu noch in Polen und auch in den USA, welche bis dahin der wichtigste Importeur des Schmucks war. Der Christbaumschmuck aus Böhmen erfreute sich bald ebenfalls einer größeren Beliebtheit. Doch er unterschied sich deutlich von den Thüringer Produkten, denn hier wurden Objekte aus Glasperlen angefertigt, vor allem Sterne.

Zwei Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges nahmen die Familienbetriebe die Fertigung wieder auf. Später, in der DDR, übernahmen die Volkseigenen Betriebe Glaskunst und Glasschmuck die Herstellung durch maschinelle Massenproduktion. In der Bundesrepublik Deutschland kamen seit den 50er Jahren zunehmend Kugeln aus Kunststoff in Mode, da diese weniger zerbrechlich sind. In der Glasbläserstadt Lauscha wird heute trotzdem noch immer in traditioneller Handwerkskunst der gläserne Christbaumschmuck hergestellt. Natürlich benötigt man hierfür damals wie heute gewisse „Lippenfertigkeiten“. Man könnte also sagen, dass mir diese sozusagen in die Wiege gelegt wurden. *zwinker*

Die Thüringer Baumkugeln sind jedenfalls beliebt wie eh und je. Ich zum Beispiel schmücke trotz meiner verspielten Stubentiger mit echten gläsernen Christbaumkugeln. Es ist zwar ein Risiko aber meine Thüringer Wurzeln sind es mir wert. Deswegen ist mir das Weihnachtsfest auch besonders wichtig. Thüringen ist nämlich nicht nur was den Baumschmuck angeht ein echtes Weihnachtsland.
http://www.tour-de-ost.de/news/news.php?newsid=989

Vorweihnachtliche Grüße
aus ihrer verschneiten Heimat
schickt Dir

Deine Miriam

 

 

 

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