BILDER

ÜBER MICH

FREUNDINNEN

HONORAR

KONTAKT | BUCHEN

INTERAKTIV
 GÄSTEBUCH
 BLOG

LINKS

HOME

 



Ostern 2013


Das Ei als Objekt der Begierde

Die Geschichte dieses begehrten, prunkvollen Eis beginnt im Jahr 1846, als Carl Peter Fabergé in St. Petersburg geboren wird. Seine Vorfahren, französische Hugenotten, hatte es im 17. Jahrhundert dorthin verschlagen. Nachdem er ab 1860 seine Ausbildung in Dresden erhielt, zog die Familie 1870 zurück nach St. Petersburg, wo der junge Fabergé das Juweliergeschäft seines Vaters übernahm.

Im Russland des 17. Jahrhunderts war es Brauch, sich am Tage der Auferstehung Christi, am Ostersonntag, drei Küsse und geschmückte Eier zu schenken. Für seine Gattin Maria Fjodorowna sollte es im Jahr 1885 erstmals ein ganz besonderes Ei werden, welches Zar Alexander III. in der Werkstatt Fabergés in Auftrag gab. Dieses erste Ei war das Hennen-Ei, welches äußerlich einem normalen Hühnerei ähnelte, weil es aus einer emaillierten Eierschale bestand. Das wäre keine besonders große Attraktion gewesen und bei der Zarin sicherlich nicht auf allzu große Verzückung gestoßen. Im Inneren jedoch verbarg sich ein goldenes Eidotter, das sich wiederum öffnen und eine Henne aus Vierfarbgold mit Rubinen als Augen zum Vorschein kommen ließ. Doch damit nicht genug, getreu nach dem Prinzip der Matrjoschka konnte man auch die Henne noch öffnen und darin lag eine diamantene kleine Zarenkrone, an der zwei Rubineier hingen.

Insgesamt 50 Eier wurden bis 1917 geschaffen und jedes Jahr zu Ostern im Hause des Zaren überreicht. Fabergé wurde mit den Arbeiten für den Zaren sehr berühmt und beschäftigte zeitweise 1500 Mitarbeiter in einem Unternehmen, das 16,5 Millionen Rubel, was heute 175 Millionen Dollar entspricht, Umsatz machte.

Das Ei von 1913 war ein Jubiläums-Ei zum 300. Herrschaftsjubiläum der Romanov und enthielt 18 in Diamanten gerahmte Bildnisse aller Romanov-Zaren. Das teuerste dieser kaiserlichen Schmuckstücke ist das Krönungs-Ei, ein Meisterstück der filigranen Goldschmiede-Kunst. Die Schale des Eis ist dem Krönungsmantel der Zarin nachempfunden. Tafeldiamanten, Diamantrosen und Rubine zieren dieses goldene Ei und bilden die Jahreszahl 1897 sowie die Initialen der Zarin ab. Im Inneren des Eis befindet sich ein Modell der Kutsche, in der Nikolaus II. und Zarin Alexandra Fjodorowna nach der Krönung gefahren wurden. Aus Gold, Platin und Emaille gefertigt, ist sie mit zahlreichen Edelsteinen besetzt. In der Kutsche, an dessen Decke, hing ein dicht mit Diamanten besetztes Ei und beim Öffnen der Tür entfaltete sich gar ein kleiner Steg. Was für eine herausragende Arbeit. Sein Wert wurde auf bis zu 24 Millionen Dollar geschätzt, als es 2004 aus dem Besitz der Forbes bei Sotheby’s versteigert werden sollte. Neun der kaiserlichen Eier hatte Malcom Forbes im Laufe der Jahre erworben, in Besitz des Kreml waren 10 Eier. Forbes besaß damit die zweitgrößte Sammlung dieser Kleinode. Zahlreiche weitere Fabergé-Eier gelangten seit dem Ende des Ersten Weltkriegs in den Privatbesitz von Sammlern.
Noch bevor die Sammlung von Forbes 2004 versteigert wurde, kaufte sie der russische Milliardär Viktor Vekselberg für rund 100 Millionen Dollar und hat sie bereits in verschiedenen Städten Europas ausgestellt.

Nach 1989 war die Pforzheimer Juwelenmanufaktur Viktor Mayer als einzige autorisiert, die Tradition der Fabergé-Eier weiterzuführen.

Auch in Filmen wie „Ocean’s Twelve“, dem 1983 erschienenen Bond-Streifen „Octopussy“ oder zuletzt „Ziemlich beste Freunde“ dreht es sich immer wieder um die prunkvollen Kostbarkeiten.

Sehr spannend finde ich die Frage, wo sich die fehlenden Fabergé-Eier befinden. Es werden nämlich noch immer acht Stück dieser luxuriösen Ostergeschenke vermisst. Hinzukommen zwei Eier, die erst vor ein paar Jahren auftauchten, wohl nie an den Zaren ausgeliefert worden waren und über deren Echtheit man nach wie vor diskutiert. Ganz sicher werden die kaiserlichen Eier irgendwann irgendwo auftauchen. Wäre das nicht mal eine Ostereier-Suche für Erwachsene? Ich kann nicht sagen, dass ich abgeneigt wäre, ein solches Ei zu finden – vielleicht geriete es zufällig bei der Haushaltsauflösung einer verstorbenen einsamen Kunstsammlerin in meine Hände, die mit all ihrem Reichtum in der Zeit des Nationalsozialismus nach Brasilien geflüchtet ist, oder so ähnlich…

Man kann sich ja mal auf die Suche begeben. In diesem Sinne wünsche ich dir eine fröhliche und erfolgreiche Eiersuche!

Deine Zoë


 

 


> nach oben

 


impressum english